Home
Aktuelles
Musikfest 2003
Wir über uns
Galerie
Presse
Chronik
Gästebuch
Lieb-Links
Die Kriegsjahre 1914 bis 1945

Der im Jahre 1914 beginnende Erste Weltkrieg setzte vorerst aller Vereinstätigkeit ein Ende, da alle Vereinsmitglieder zum Militärdienst einberufen wurden. Hubert Aufsfeld starb im Krieg; zeitgleich ereilte Hubert Ronkartz auf der Zeche Anna I in Alsdorf der Bergmannstod. Nach Beendigung des Weltkrieges im November 1918 wurde im Frühjahr 1919 wieder tatkräftig mit dem Aufbau des Vereins begonnen.Im Januar 1920 wurde der aus französischer Gefangenschaft heimkehrende Dirigent von den Musikern "an het Zügske" am Bahnhof Schierwaldenrath freudig begrüßt und nach Hause begleitet. Josef Schröder leitete den Verein bis 1922. Anschließend übernahm Lehrer Wilhelm Frenken aus Nachbarheide die musikalische Leitung.

(Musikprobe im Pastoratssaal 1926 Obere Reihe v. l. n. r.: Schütz Lambert, v. Tongelen Wilhelm, Schröder Josef, Mertens Josef Mittlere Reihe: Otten Theo, Schütz Kaspar, Hilkens Franz, Heinrichs Josef, Dahlmanns Jakob, Neiß Josef Untere Reihe: Hilkens Gottfried, Dahlmanns Josef, Tholen Wilhelm, Frenken Wilhelm, Peters Heinrich, Schütz Franz, Stamm Heinrich Blank Wilhelm)

In der damaligen Inflationszeit, während der Weimarer Republik, wurden zwei getrennte Kassen geführt. In der einen, der Reichsmarkkasse, stapelten sich die vereinsinternen Millionen und Milliarden, während sich die andere, die Guldenkasse, trotz des erheblich kleineren Bestandes wesentlich größerer Beliebtheit erfreute. Die Gulden verdienten sich die Musiker durch ihre Teilnahme an den im Nachbarland beliebten Schützenfesten und zwar in erster Linie, um sich dann und wann ein Bierchen gönnen zu können. Eines Tages kam jemand auf die Idee, eine Flasche guten Cognacs über die Grenze zu schmuggeln. Als Versteck diente der von Arnold Rulands gespielte Kaiserbass. Nun musste "Nolles" sehen, wie er mit seinem kostbaren Bassinhalt heil über die Grenze kam. Bei seinem Talent im Umgang mit Zöllnern war das jedoch für ihn kein Problem. Beim Schützenfest in Limbricht ging die Flasche mit dem kostbaren Inhalt allerdings unglücklich zu Bruch. Weil es sehr heiß war und der Durst sehr groß, sank die Stimmung bald bis auf den Nullpunkt. Jemand kam auf den frivolen Gedanken, das Weihwasser in der Kirche auszutrinken, als plötzlich und ganz zufällig die unter der Tribüne für die Ehrengäste bereitgestellten Weinflaschen von einem Musiker entdeckt wurden. Es sei nicht weiter darüber gesprochen, nur soviel: die Ehrengäste mussten anschließend mit Limonade vorlieb nehmen.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens veranstaltete unser Verein im Juli 1923 sein zweites großes Musikfest. Begünstigt durch das herrliche Sommerwetter wurde dieses zu einem großartigen Erfolg. Die Millionen- und Milliardenscheine füllten einen ganzen Waschkorb. Von den Gesamteinnahmen konnten die Verantwortlichen jedoch lediglich ein Tenorhorn erstehen. Nach Einführung der Rentenmark im Jahre 1924 wuchs die Anzahl der Musiker stetig, da viele neue und jüngere Mitglieder unserem Verein beitraten. Aus Anlass des 25-jährigen Vereinsjubiläums wurde 1928 das dritte Musikfest veranstaltet, welches ebenfalls einen guten Verlauf nahm. Alle Musikvereine des Selfkants, nahmen daran teil und wurden von den Zuschauern mit großem Applaus bedacht. Auch der finanzielle Erfolg war recht gut, dies nicht zuletzt deshalb, weil die Musiker auf beiden Tanzsälen selbst zum Tanz aufspielten. Trotz des finanziellen Erfolges reichten die Geldmittel nicht aus, dringend benötigte Instrumente sowie die Reparatur einiger Instrumente zu finanzieren. So musste die Vereinskasse wieder einmal durch die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 1.500,00 Mark bei der Sparkasse in Breberen aufgestockt werden. Dank der Einsatzfreudigkeit der Mitglieder konnte das Darlehen bereits Ende 1930 getilgt werden. Nach 10-jähriger Dirigententätigkeit legte Lehrer Wilhelm Frenken 1932 sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde der bis heute unvergessene Josef Dahlmanns, der bis zum Jahre 1973 den Dirigentenstab führte und allen Freunden der Blasmusik bis weit über die Grenzen des Kreises hinaus bekannt war. Im Jahre 1936 lud der Instrumentalverein erneut zu einem Musikfest ein. 15 auswärtige Musik- und Gesangvereine nahmen an diesem Fest teil.

(Musikverein Breberen im Jahre 1936)

(Aufzug zur Primizfeier von Pfarrer Wilhelm Houben im Jahre 1939)

Leider sollte dieses Fest für lange Zeit das letzte sein. Der Nationalsozialismus (1933 - 1945) brachte auch dem Instrumentalverein manch schwere Stunde. Viele jüngere Mitglieder wurden zum Arbeits- oder Militärdienst einberufen, konnten somit ihrem Hobby nicht mehr nachgehen. Als der damalige Weihbischof von Aachen, Dr. Hermann-Josef Sträter, zur Firmung die Pfarrgemeinde Breberen aufsuchte, war es der Musikverein, der den Gast in Empfang nahm und zur Kirche geleitete. Die damaligen Machthaber nahmen dies zum Anlass, dem Verein kurze Zeit später sein langjähriges Probenlokal, das Pfarrjugendheim, zu kündigen. Übergangsweise diente ein Schulraum als Übungslokal, bis die leerstehende Werkstatt von Paul Krings wieder hergerichtet und als Probenraum nutzbar war. Im August 1939, beim Ausbruch des zweiten Weltkrieges, wurde auch dieser Probenraum durch das Militär beschlagnahmt. In den nun folgenden Jahren blieb den wenigen noch in der Heimat verbliebenen Mitgliedern nur die traurige Pflicht, ihren im Krieg gestorbenen Vereinskameraden das Grablied zu spielen.

.....

 
Top