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Der Neubeginn 1945 bis 1970

Im Jahre 1945, nach Kriegsende, als die Einwohner unserer Gemeinde aus den Evakuierungsorten wieder in ihre verwüstete Heimat zurückkehrten, hatte zunächst jeder andere Sorgen, als sich um den Wiederaufbau unseres Vereins zu kümmern. Erschwerend kam hinzu, dass von den 30 Instrumenten, die die Musiker vor dem Krieg ihr Eigen nannten, lediglich eines wiedergefunden werden konnte. Nur die Vereinsstatuten, der Vereins-stempel sowie eine geringe Anzahl von Noten blieben unversehrt.

Im Herbst 1947 war es dann wieder soweit. Einige engagierte Musiker begannen mit dem Wiederaufbau. Weil den Verantwortlichen während der Inflationszeit wieder einmal die benötigten finanziellen Mittel fehlten, führten sie eine "Lebensmittel-Sammlung" durch. Mit den erzielten Einnahmen dieser "Butter- und Speck-Währung" waren sie nun in der Lage, auf dem Schwarzmarkt einige Instrumente zu erstehen. Es sollte jedoch noch bis 1953 dauern, bis jedes Mitglied wieder im Besitz eines Musikinstrumentes war.

(Dekanatsschützenfest 02.07.1950)

Im Juli 1953 feierte unser Verein sein 50- jähriges Bestehen. Am Festabend wurden die Jubilare geehrt. Der erste Dirigent des Vereins, Paul Krings, betrat noch einmal das Dirigentenpult und unter seiner Stabführung spielte der Musikverein den "Festhymnus" von Silcher. Die Festwiese war, wie bei den vorangegangenen Festen ebenfalls "en hät Kämpke".

(Gruppenbild beim Musikfest 1953)

Neue Mitglieder traten dem Verein bei, und weil jetzt genügend Instrumente zur Verfügung standen, konnte die Probenarbeit "en de Scheerstuv bij Martine" (Römerstraße) beginnen. Um genügend Platz für alle zu schaffen, wurde manchmal sogar die Verbindungstür zur angrenzenden Wohnung ausgehängt. Hätte "De Scheerstuv" erzählen können, so wäre so manche lustige und humorvolle Geschichte ans Tageslicht gekommen. Das Gebäude existiert heute leider nicht mehr.Nach den guten und erfolgreichen Jahren sollten im Jahre 1961 existenzielle Probleme auf den Musikverein zukommen. Durch die zwei bestehenden Schützenbruderschaften, welche zu den Kirmesveranstaltungen jeweils ein Festzelt mieteten, fand die Tanzveranstaltung des Musikvereins im Saale Mainz (Bredburplatz) wenig Resonanz. Nur sehr wenige Anhänger des Vereins besuchten die Veranstaltung. Bedingt durch die finanzielle Misere blieben Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins nicht aus, so dass man beschloss, die Vereinstätigkeit vorübergehend einzustellen. Nach dreijähriger Pause, von 1961 bis 1964, wurde der Musikverein durch die Initiative des damaligen Bürgermeisters von Breberen, Herrn Josef Rütten, und des langjährigen Dirigenten, Herrn Rektor Wilhelm Frenken, die dem Verein alle mögliche Hilfe und Unterstürzung zusagten, sozusagen aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Die Gemeinde Breberen-Schümm stellte einen hohen Geldbetrag zur Verfügung. Die Kreisverwaltung und Pfarrer Dünnwald schlossen sich diesem Beispiel an. Damit war der Weg frei für den Wiederbeginn. Die Mitglieder beschlossen, die Proben wieder aufzunehmen und eine Anzahl Jugendlicher traten dem Musikverein bei. Weil jedoch nicht genügend Instrumente zur Verfügung standen und die großzügigen Spenden nicht ausreichten, wurde schließlich eine Haussammlung durchgeführt, die einen unerwartet guten Erfolg hatte. Ermutigt durch die Unterstützung der Dorfbevölkerung ging es mit Elan an die Arbeit und am Weißen Sonntag im Jahre 1965 konnten die Erstkommunionkinder wieder mit Musik zur Kirche begleitet werden. Bei der Anschaffung der neuen Instrumente wurde vor allem Wert auf höchste Qualität gelegt. Dies war in erster Linie der musikalischen Kompetenz von Christian Mobers zu verdanken. Durch die ständig steigende Mitgliederzahl war der Musikverein gezwungen, ein geeignetes Probenlokal zu finden. Die "Scheerstuv bei Martine" bzw. die in den Jahren 1964 und 1965 genutzte ehemalige Kaplanei (Kirchberg neben Küppers), wurden zu eng. In der Gaststätte Dressen (Römerstraße) fanden die Musiker die geeigneten Räumlichkeiten. Hier fühlten sich die Mitglieder des Vereins bald sehr wohl und die Freitags stattfindenden Proben erfüllten die "Kämp" (Römerstraße, Randlage von Breberen) mit neuen Tönen. Mitte der 60er Jahre wurde bei den Mitgliedern der Wunsch nach Uniformen laut, denn der Musikverein Breberen war wohl der einzige in der Umgebung, der noch nicht mit Uniformen ausgerüstet war. Durch den Beschluss der Mitglieder, ein Drittel der Anschaffungskosten selbst zu tragen, wurde die kostspielige Angelegenheit ermöglicht. Um die restlichen Kosten zu decken, wurde 1967 erneut ein Musikfest veranstaltet. Aufgrund des sehr schlechten Wetters unmittelbar vor Festbeginn, gelobten die Mitglieder des Vereins eine Wallfahrt nach Braunsrath, zur Kapelle "Maria Lind". Dieses Versprechen blieb nicht unerhört. Am Sonntag schien die Sonne, und damit war das Fest gerettet.

(Kinderkommunion 1968)

Getreu dem Gelöbnis wurde die Wallfahrt, der sich immer viele Pilger anschlossen, jeweils am ersten Sonntag im September eines jeden Jahres durchgeführt. Im Wandel der Zeit und bedingt durch den Umbau der Kapelle "Maria Lind" in ein Klostergebäude, wurde in den 70er Jahren von der Fußwallfahrt nach Braunsrath abgesehen. Der Musikverein hält sich aber bis in die heutige Zeit an sein Versprechen und führt unter dem Titel "Die gute Tat" alljährlich ein kostenloses Konzert in verschiedenen sozialen Einrichtungen unserer Gemeinde durch. Am Patronatstag im März 1968 konnte sich der Musikverein erstmals stolz in seiner Uniform präsentieren. Diese bestand aus einer schwarzen Hose mit gelber Biese, einer königsblauen Jacke mit goldenen Knöpfen und Vereinsemblem sowie einer blauen Schirmmütze. Die Uniform wurde über 16 Jahre lang getragen. Durch den Eintritt neuer Mitglieder nahm der Instrumentalverein ständig an Größe zu. Damit verbunden waren aber auch stetig steigende Kosten. Anträge auf Zuschüsse bei der Gemeindeverwaltung, dem Grenzlandfonds oder dem Bundespräsidialamt blieben von geringem Erfolg. Um den wachsenden Finanzbedarf zu decken, suchte der Verein nach Möglichkeiten, auf Honorarbasis an Aufzügen und Veranstaltungen teilzunehmen. So bot sich im Jahre 1969 den Musikern erstmals die Gelegenheit, beim Randerather Karnevalsumzug mitzuwirken. Neben dem erhofften Honorar fiel die Gage auch noch zu jedermanns Freude in Form von Flüssignahrung aus, zwei Flaschen Cognac wärmten schon damals von innen.

Teil 4 ist noch in Bearbeitung......

 
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